Kremer Leinöl Standöl, 45P (73200)

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73200 Leinöl-Standöl, 45 P


CAS-Nr.: 67746-08-1


In früheren Jahrhunderten, wo man noch nicht über kompliziertere Reinigungsmethoden verfügte, liess man fette Öle
gern längere Zeit abstehen und nannte sie "Standöle". Dabei setzten sich Schleimstoffe, Verunreinigungen und sonstige
Abscheidungen zu Boden, und man konnte das Material, das sich somit bis zu gewissem Grade selbst gereinigt hatte,
oben abschöpfen oder absaugen. Um eine vorzeitige Oxidation an der Oberfläche zu vermeiden, mussten die
Standgefässe sorgfältig bis zum Rand gefüllt und dann gegen die Luft abgeschlossen werden.
Heute versteht man unter Standöl etwas ganz anderes:
Naturöle werden langsam auf etwa 250°C erhitzt, und zwar bei den Sorten für die Mal- und Anstrichtechnik unter
Luftabschluss, was in der Praxis dadurch erreicht wird, dass man Kohlensäure über die Oberfläche des siedenden Öles
einströmen lässt. Es erfolgt eine leicht Eindickung, ohne das dadurch eine Verkürzung der Trockenzeiten, sondern eher
das Gegenteil eintritt. Damit angeriebene Farben trocknen mit glänzender Oberfläche auf, und ihre Wetterbeständigkeit
wird ganz wesentlich gesteigert, daher ihre Verwendung als Malmittel oder als Bindemittelzusatz bei Ölmalereien,
welche im Freien den Witterungseinflüssen ausgesetzt sind.
Standöle lassen sich aus allen fetten Ölen kochen. Sie bleiben im Gegensatz zu "gekochten Ölen" (mit
Sauerstoffzufuhr) hell. Das im Handel am häufigsten vorkommende Standöl wird aus hochwertigem Lackleinöl
(73300) bereitet. Analog dazu ist es aber auch möglich, Mohnöl-, Nussöl-, und Sonnenblumenstandöl herzustellen.
Länger lagernde Standöle erfahren mit der Zeit Eintrübungen, die von unregelmässig verteilten, kleinen Inseln in der
gesamt Flüssigkeitsmenge ausgehen. Nach Meinungen der Fachleute handelt es sich dabei um Polymerisations-
Erscheinungen, also um eine Art Einleitung des Trockenvorgangs, aber das braucht sich technisch keinesfalls nachteilig
auszuwirken.


Quelle: "Werkstoffe und Techniken der Malerei" (1967) von Kurt Wehlte


Metallgehalt (AAS):
Chrom: nicht bestimmbar, da < 1 ppm
Mangan: nicht bestimmbar, da < 1 ppm
Cobalt: nicht bestimmbar, da < 1 ppm
Quecksilber: nicht bestimmbar, da < 1 ppm
Vanadium: nicht bestimmbar, da < 1 ppm
Zirkonium: nicht bestimmbar, da < 1 ppm
Zink: 1,4 ppm

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